April 28

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Warum ich Krisen liebe

Kennst Du auch dieses Gefühl festzustecken? So richtig gegen die Wand gefahren zu sein und Du weißt nicht, wie es wieder vor- oder zurückgehen soll?

Herzlich Willkommen in Deiner Krise!

Das Wort "Krise" kommt ursprünglich aus dem Griechischen und bedeutet "Entscheidung". Das klingt direkt gar nicht mehr so dramatisch, oder?

Ich hatte davon schon so einige in meinem Leben und ich kann - vor allem in der Rückschau - sagen, dass Krisen wunderbar sind.

Warum ich sie so liebe, davon erzähle ich Dir hier in diesem Blogartikel - am Beispiel meiner ganz persönliche Krise als Mama im Jahr 2016.

Eine Krise fordert mich auf, genau hinzusehen.

Zugegeben, es ist mir schon oft schwergefallen das erste Gefühl in einer Krise zu lieben. Oft ist das ein Gefühl von "Blockiert-Sein", von Hilflosigkeit oder sogar Ohnmacht und Kontrollverlust.

Der Impuls, dieses Gefühl wegdrücken zu wollen, kommt jedes Mal und ist meines Wissens total normal. Denn das Gefühl verursacht großes Unbehagen, vielleicht sogar Schmerzen. Deshalb sehnen wir uns oft in dieser ersten Phase der Schockstarre danach, die Harmonie so schnell wie möglich wieder herzustellen.

So war es auch in meiner 2016er Krise: Tage-, wenn nicht sogar wochenlang, habe ich immer wieder das gleiche Muster durchgezogen: Ich bin morgens müde, kraftlos und genervt aufgewacht. Dann habe ich mich mit den Kids durch den Tag geschleppt - mal besser, mal schlechter, nur um abends wieder zu wissen: Morgen ist es genau so.
Natürlich habe ich mit meinen damaligen Möglichkeiten versucht, daran etwas zu ändern. Ich habe mich zum Beispiel verabredet, mir Mutter-Kind-Gruppen gesucht, aber die halfen nicht wirklich nachhaltig.

In der Rückschau erkenne ich dafür zwei Ursachen: Die Mamas, die ich dort getroffen habe, haben mich nicht inspiriert - konnten sie auch nicht, denn ich war ja in meinem Loch! Und: Ich war nach wie vor kraftlos, da ich ja noch nicht auf die Ursache dahinter geschaut hatte!

In einer Krise bin ich radikal ehrlich zu mir selbst.

Halten wir also an dieser Stelle Folgendes fest: Am Durchfühlen dieser Ohnmachtsgefühle kommen wir in einer Krise nicht vorbei. Bei mir hilft da nur eins: Ich suche mir einen Schutzraum und Austausch, damit ich meiner Situation Ausdruck verleihen kann. Ich verarbeite sehr stark über das Reden mit anderen Menschen. Anderen Menschen hilft hier eher Ruhe, Zurückziehen, vielleicht Schreiben. Wenn Du Dich sehr verloren oder gefangen in Deiner Situation fühlst und vielleicht sogar zum ersten Mal in so einer Ausnahmesituation bist, lege ich Dir ans Herz, Dir eine professionelle Begleitung zu suchen. Ich helfe Dir gerne zu Deinem speziellen Thema den*die passende Begleiter*in zu finden.

Das Geschenk im Fühlen dieser - von vielen Menschen als "negativ" wahrgenommenen - Gefühle liegt für mich darin, dass ich wirklich hinschauen MUSS, und zwar SOFORT: Was ist hier eigentlich los? Was steckt hinter diesen Gefühlen? Wo habe ich mir so weit von mir und meinem Weg entfernt, dass mir das Leben sagt: "Stopp und keinen Schritt weiter!"

Eine Krise zeigt mir noch ungelöste oder unbekannte Persönlichkeitsthemen.

2016 war das bei mir das Thema: mich selbst neu kennenzulernen und mich erst einmal so anzunehmen, wie ich bin. Und dann: mir selbst die Erlaubnis zu geben einen neuen Weg einzuschlagen, der mir wirklich entspricht, und für mich einzustehen. In dieser Krise habe ich entschieden, nach und nach die Aufgabe, Lehrerin an einer Regelschule zu sein, abzugeben. In dem Moment wusste ich natürlich noch überhaupt nicht, wie es weitergehen sollte oder wohin mich der Weg führen würde.

Diese Entscheidung warf logischerweise weitere Fragen auf. Mein ganzes System wurde einmal komplett auf den Kopf gestellt.

Ich gebe Dir nur ein paar Beispiele, welche Themen sich in diesem Moment gezeigt haben:

Das Thema Geld

Ich habe in dieser Situation festgestellt, dass ich unbedingt zum Familieneinkommen beitragen wollte. Dahinter lagen Gedankenmuster wie "Ich darf niemandem auf der Tasche liegen" oder "Nur, wenn ich Geld reinbringe, bin ich wertvoll." oder "Jetzt habe ich das jahrelang studiert, jetzt muss ich diese Ausbildung auch nutzen!"

Das Thema Selbstwert

Da kamen schmerzende Gedanken wie "Ich bin nicht genug als Mama." und "Ich muss es perfekt machen." (z.B. der perfekte Haushalt, die perfekte Partnerin, die perfekte Begleitung meiner Kinder ...)

Das Thema Partnerschaft

Wir stellten uns der Frage: "Wie wollen wir eigentlich leben?" Das gab ordentlich Zündstoff, wie Du Dir vielleicht vorstellen kannst. Denn plötzlich hatten sich die Grundannahmen geändert und unsere mittel- und langfristigen Planungen wurden mal eben so über den Haufen geschmissen.

Das war schon krass, diese alten Muster und Glaubensätze so geballt um die Ohren gehauen zu bekommen! Doch in der Rückschau bin ich wirklich dankbar. Denn durch diese Krise sind sie mir klar bewusst geworden, sodass ich sie anschauen, verändern und integrieren konnte. Dafür habe ich mir ebenfalls Hilfe und Unterstützung geholt.

Eine Krise stellt mich einmal so richtig auf den Kopf. 😉

Eine Krise hilft mir, mich neu auszurichten und zu wachsen.

Mit den neu gewonnen Erkenntnissen und Überzeugungen habe ich neuen Handlungsspielraum bekommen. Auf einmal gab es Möglichkeiten, die ich vorher nicht wahrgenommen hatte.

Mein neues Arbeitsumfeld

Ein Beispiel ist mein Arbeitsumfeld, dass ich mir neu geschaffen habe:

Nachdem ich 2016 noch panisch dachte: "Wie soll ich denn jetzt überhaupt zum Familienerwerb beitragen? Ich kann ja nur Lehrerin... und in dem Beruf will ich nicht mehr arbeiten!", buchte ich im Sommer 2017 ein Online Business Programm, und hatte plötzlich zahlreiche Ideen. Ich tauchte ein in die Online-Business-Welten und vernetze mich mit Müttern in ähnlicher Situation. Dabei entdeckte ich längst vergessene Fähigkeiten und Wissensschätze wieder und machte die Erfahrung, dass ich damit anderen Menschen dienen konnte.

Ich probierte neue Dinge aus und entdeckte meine Freude am Live-Interviews geben. Ich lernte mehr und mehr Menschen kennen, die meine Werte teilen.

Außerdem war ich direkt mit Menschen in Kontakt, die schon zeit- und ortsunabhängig ihr Erwerbsleben gestalteten und traf auf zahlreiche Ideen zum Generieren von passivem Einkommen, was mich ebenfalls faszinierte.

Ich habe seitdem Feuer gefangen und gestalte Schritt für Schritt mein Arbeitsleben nach meinen Werten und Vorstellungen.

Seitdem ich im Ringana-Team meiner Freundin Melanie bin und auch selbst Mentorin sein darf, fühle ich mich komplett. Dadurch bin ich nämlich nicht mehr alleine selbständig, sondern habe ein Team und Mentoren an meiner Seite, die mir zu allen Fragen der Persönlichkeits- und Businessentwicklung weiterhelfen. Gleichzeitig habe ich mir damit auch ein Umfeld aus Menschen geschaffen, die in die gleiche Richtung wollen wie ich (oder die sogar schon dort sind): selbstbestimmtes Arbeiten mit zeitlicher und örtlicher Unabhängigkeit und die Perspektive ebenfalls finanziell frei zu werden; eine von Wertschätzung und Unterstützung geprägte Gemeinschaft, die ebenfalls wie ich groß denkt und Visionen hat.

Meine resilientere Partnerschaft

Die Krise hat auch unsere Partnerschaft auf das nächste Level gebracht und unsere Verbundenheit gestärkt. Durch die Auseinandersetzung mit der Frage, wie wir eigentlich leben wollen, haben wir uns selbt ermächtigt, wieder neu Verantwortung für die Gestaltung unseres Familienlebens zu übernehmen. Wir arbeiten seitdem zum Beispiel im Teilzeitmodell und genießen den Wechsel im Alltag und die gemeinsamen Zeiten sehr.
Viel wertvoller ist allerdings die Erkenntnis, dass wir durch diese Krise gemeinsam als Paar resilienter geworden sind: Wir können Krisen meistern! Und wir stehen zueinander und zu unserer Entscheidung unseren Weg gemeinsam zu gehen - egal, in welche Richtung sich jemand von uns entwickelt.

Mein Ressourcenkoffer für die nächste Krise

Ich spüre eine große Dankbarkeit: Ohne meine persönliche Krise 2016 hätte ich mich niemals auf den Weg gemacht. Ich wäre nicht Familienberaterin geworden, wäre nicht gemeinsam mit all den wunderbaren Menschen bei familylab und Ringana vernetzt und es gäbe diesen Blog nicht.

Die nächste Krise kommt bestimmt! Denn ich habe mich spätestens während der Krise im Jahr 2016 für mein persönliches Wachstum entschieden und damit für lebenslange Hochs und Tiefs.

Wenn sie kommt, dann vertraue ich auf folgende Ressourcen:

  • meine Intuition und mein Vertrauen darauf, dass sich alles zum richtigen Zeitpunkt zeigt - wenn es eben dran ist.
  • das Vertrauen in den Prozess: Nach jedem Tief folgt ein Hoch. Ganz sicher.
  • mein starkes Unterstützer-Netzwerk, allen voran mein Mann und mein Team
  • die Erfahrung, dass ich Umwege gehen darf
  • die Erfahrung, dass ich bisher alle Krisen überlebt habe 😉
  • ...und dass ich JETZT HIER bin und das ist wundervoll. Danke.

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  1. Toller Blogartikel. Wir können uns die Hand reichen. Auch ich befand mich in 2016 in einer ähnlichen Krise und finde mich wieder. So wie du liebe ich seit dem die Krisen, die ich liebevoll Entdeckungsreise nenne. Denn jede Krise verbirgt wunderbare Schätze, die ans Tageslicht kommen.

    1. Liebe Iris, danke für Deine Worte und für Deinen Weg. Die Hand reiche ich DIr gerne – ich glaube, das wäre der Start zu einer riesigen Menschenkette voller Menschen, die durch Krisen gegangen und gewachsen sind. Danke.

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